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14.10.2014 - Pressebericht der "RP-Online" (Rheinische Post) von Christian Schwarz - Was aus den Strafverfahren übrig bleibt

In einem Bunker in Twisteden lagern Asservate der Staatsanwaltschaft Kleve. Es handelt sich um Gegenstände, die beschlagnahmt oder sichergestellt worden sind. Nach Abschluss des Verfahrens werden sie verkauft oder vernichtet.

Nur mit viel Kraft lässt sich die schwere Stahltür zur Seite schieben. Der Blick wird frei auf unzählige Regalreihen, bestückt mit Kisten, Kartons und Säcken. Davor, in der Mitte des Raumes, sind Elektrogeräte aufgetürmt. Auf einer Europalette liegt ein Stapel Grastrimmer, dahinter stehen Spielautomaten. Es ist die Asservatenkammer der Staatsanwaltschaft Kleve, untergebracht in einem ehemaligen Bunker in Twisteden. "Hier lagern Gegenstände aus Strafverfahren, die als Beweise benötigt werden", erklärt Heinz-Gerd Vogel, Erster Justizhauptwachtmeister. Er ist bei der Staatsanwaltschaft zuständig für die Asservatenkammer.

Wer in dem Bunker jedoch beschlagnahmte oder sichergestellte Drogen und Waffen sucht, wird nicht fündig. Sie werden an einem anderen Ort verwahrt. "Der ist alarmgesichert und mit der Polizei verbunden", sagt Vogel. Taschen, Koffer oder Säcke, mit denen die Drogen von den Beschuldigten transportiert worden sind, lagern allerdings in Twisteden - sie sind jedoch leer. "Nach Abschluss des Verfahrens können die Beschuldigten die Tasche dann in der Regel zurückbekommen", erklärt Vogel. Anders ist es selbstverständlich bei den gefundenen Drogen oder auch Waffen. Sie werden in der Regel - unter strenger Bewachung und Dokumentation - in einer Müllverbrennungsanlage vernichtet. Allerdings: "Manche Waffen werden auch zu Schulungszwecken aufbewahrt, etwa eine Kugelschreiberpistole. Allerdings nicht von der Staatsanwaltschaft", sagt Vogel.

Können die Gegenstände, die der Beschuldigte zum Beispiel durch einen Diebstahl oder Raub erlangt hat, keinem rechtmäßigen Eigentümer zugeordnet werden, werden sie nach Abschluss des Verfahrens regelmäßig vernichtet oder versteigert. Verkauft werden sie online, auf www.justiz-auktion.de - einem Internetauftritt des NRW-Justizministeriums. Angeboten werden dort Artikel aus dem Bereich Elektronik, Schmuck, Kosmetik und Genussmittel, wie etwa Schnaps oder Wein.

Damit die Asservate leicht aufgefunden werden können, werden sie nach einem festen Muster sortiert. Der Gegenstand wird vom Asservatverwalter der Staatsanwaltschaft entgegen genommen , mit einer laufenden Nummer versehen und im Computersystem eingetragen. "Später wird auf demselben Zettel noch das Aktenzeichen des Ermittlungsverfahrens eingetragen", sagt Vogel. Auch die Regale im Bunker sind nummeriert. Auf diese Weise sei der Gegenstand schnell zuzuordnen.

In weiteren Regalreihen lagern in Twisteden dicke rote Akten aus abgeschlossenen Strafverfahren, die von der Staatsanwaltschaft aufbewahrt werden müssen. Auch sie werden grundsätzlich nach Ablauf einer Frist vernichtet. "Oft kommt eine dafür zugelassene Firma mit einem Aktenvernichtungswagen vorbei, schreddert die Dokumente noch an Ort und Stelle", so Vogel.

Quelle: RP-Online

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