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Versteigerung eines Fluchtautos!

22.02.2014 - Pressebericht der RuhrNachrichten (von Wiebke Karla) - Justiz versteigert Fluchtauto von Wuppertaler Raubmördern
 

Wer kauft einen zerstörten Wagen, der von Raubmördern zur Flucht benutzt wurde? Die Justizbehörden in Wuppertal bieten auf der Internet-Plattform Justiz-Auktion den Rest des Seat Leon an, mit dem die beiden im Januar verurteilten Raubmörder aus Wuppertal geflüchtet waren. Sie hatten im Oktober 2012 bei einem Überfall auf einen Juwelier eine Verkäuferin erschossen. Startgebot für den Wagen: 250 Euro.
 

Der Überfall auf den Juwelier hatte im Oktober 2012 für Entsetzen in Wuppertal gesorgt. Mitten in der Haupteinkaufszeit und in einer belebten der Fußgängerzone hatten ein 38-Jähriger und sein 22-jähriger Cousin das Juweliergeschäft überfallen. Sie erschossen eine 33-jährige Verkäuferin, eine 25-jährige Kollegin wurde durch Schüsse lebensgefährlich verletzt.

Wegen Mordes und versuchten Mordes wurden beide Täter im Januar 2014 zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt, für den älteren Angeklagten ordnete das Gericht zu dem Sicherheitsverwahrung an.

Pressestaatsanwalt: "Kein Problem damit"

Der Wagen, mit dem die beiden Männer nach der Tat flüchteten und den ein Sondereinsatzkommando auf der Autobahn zwischen Köln und Aachen stoppte, ist nur noch ein Schrotthaufen. Angeboten wird das Auto der Mörder jetzt auf der bundesweiten Online-Plattform Justiz-Auktion . Ist das makaber? "Ich persönlich habe kein Problem damit", sagt Oberstaatsanwalt Wolf-Tilmann Baumert, Pressesprecher der Behörde in Wuppertal. Schließlich handele es sich bei dem Auto nur um einen Fluchtwagen, nicht um ein Tatwerkzeug.

"Wenn mit dem Wagen jemand überfahren oder darin jemand darin umgebracht worden wäre, dann wäre es etwas anderes", so Baumert. Ein "blutiges Messer", Waffen aller Art oder auch Plagiate und kaputte Gegenstände würde die Behörde nicht zum Kauf anbieten.

Verurteilte haben der Versteigerung zugestimmt

Viel Geld ist für den zerstörten Seat Leon allerdings auch nicht mehr zu erwarten. "Einen gewissen Restwert hat das Auto aber doch", sagt Baumert. Zumal sonst auch noch Gebühren für das Abstellen anfallen würden. Baumert: "So spart der Staat Geld". Die beiden verurteilten Raubmörder als Eigentümer des Wagens sind laut Baumert mit der Versteigerung einverstanden. Auf der vom Land Nordrhein-Westfalen betriebenen Online-Plattform Justiz-Auktion versteigern die Justizbehörden seit 2010 bundesweit gepfändete und beschlagnahmte Gegenstände - darunter auch so skurrile wie eine antike Pferdekutsche oder eine Dampflok aus dem Jahr 1944, die im September 2013 immerhin 53.439 Euro einbrachte.

Insgesamt erzielte die Plattform im vergangenen Jahr mit rund 9000 durchgeführten Auktionen einen Umsatz von 3,5 Millionen Euro. Anbieter sind rund 240 Justizbehörden in ganz Deutschland sowie mehr als 2000 Gerichtsvollzieher. 57.658 registrierte Käufer gibt es derzeit. "Wir wachsen täglich", erklärt Gabriel Ibrahim aus dem Projektbüro der Plattform in Hamm. Dort koordiniert und kontrolliert er die Angebote aus der ganzen Bundesrepublik.

Gegenstände aus den Asservatenkammern

Meist handelt es sich um beschlagnahmte Dinge, die Gerichtsvollzieher gepfändet haben. Oder eben um ehemalige Beweismittel und Gegenstände aus den Asservatenkammern der Gerichte und Staatsanwaltschaften. Darunter kann sich dann auch schon mal Diebesgut oder eben das von einem Sondereinsatz gekaperte Fluchtauto von Mördern befinden. Waffen, Drogen oder pornographische Schriften sind allerdings tabu.

Wer den Wagen aus Wuppertal ersteigert, das wird sich am Montagmorgen herausstellen. Die Auktion endet am 24. Februar um 10 Uhr.


Quelle: RuhrNachrichten.de
 

Zudem erschien in der Ausgabe der "Bildonline" vom 20.02.2014 ein Artikel über das versteigerte Fluchtauto.

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