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Wenn Diebesgut unter den Hammer kommt

27.01.2016 - Pressebericht "Westdeutsche Zeitung" von Michael Bosse

Von der Salami bis zum Auto: Die Wuppertaler Staatsanwaltschaft versteigert Waren.

Wuppertal. Auch die Justizbehörden in Wuppertal nutzen die Vorteile des Internets, um gepfändete Wertgegenstände oder sichergestelltes Diebesgut zu verkaufen. Seit bald zehn Jahren haben Staatsanwälte oder Gerichtsvollzieher in ganz NRW die Möglichkeit, solche Waren über die Online-Plattform www.justiz-auktion.de zu versteigern. "Mittlerweile greifen alle deutschen Bundesländer auf dieses Angebot zurück", sagt Stefanie Schemionek, Leiterin des Kompetenzzentrums Justiz-Auktion NRW beim Generalstaatsanwalt in Hamm.

2013 und 2014 lag der Erlös im Bezirk Wuppertal bei 55 400 Euro

Unter den zehn versteigerungsfreudigsten Justizeinrichtungen in NRW findet sich auch die Staatsanwaltschaft Wuppertal. Insgesamt wurden in den vergangenen zwei Jahren im Bezirk Wuppertal über das Internetportal 442 Auktionen mit einem Gesamterlös von über 55 400 Euro durchgeführt. NRW-weit gab es 2014 mehr als 6400 Auktionen über das Portal.

Das Angebot der von den Wuppertaler Behörden versteigerten Waren ist breit gefächert. Neben Diebesgut oder zwangsgepfändeten Gegenständen findet sich auch Büroinventar, das die Justizbehörden ausgesondert haben. Es gibt zahlreiche PCs, Notebooks oder Monitore, Drucker, Toner-Kassetten, Scanner, Smartphones oder Elektroartikel. Für die tägliche Hygieneversorgung wurden Rasierer, Rasierklingen oder auch Zahnbürstenaufsätze angeboten. Auch Bekleidung, Möbel, Fahrräder, ja selbst die Zivilprozessordnung oder das Strafgesetzbuch wurden meistbietend veräußert.

Auch Lebensmittel wie Kaffee oder Schokolade standen zum Verkauf. Und für mehrere Posten Salami, die aus Diebesgut stammten, das eigentlich nach Rumänien gebracht werden sollte, fanden sich noch Käufer, die zwischen 12 und 19 Euro dafür zahlten. Wer ein Messer brauchte, um die Fleischwaren zu schneiden, konnte sich unter mehreren Sets etwas aussuchen.

2920 Euro für ein 328 Coupe

Zudem versteigert das Portal immer wieder Autos. Immerhin 2920 Euro brachte ein BMW 328 Coupé (Erstzulassung 6/99) ein, das mit einem Startgebot von 1500 Euro in die Auktion gegangen war. Und ein Opel Commodore aus dem Jahr 1978 wechselte für 1000 Euro den Besitzer (Startgebot: 500 Euro).

Die Justizbehörden können die Gegenstände auch traditionell bei Präsenzversteigerungen anbieten. Die Versteigerung im Internet sichere aber einen größeren Interessentenkreis, erklärt Leiterin Schemionek. Da die potenziellen Käufer wüssten, dass die Auktionsware von Justizeinrichtungen angeboten werde, könnten sie sicher sein, verlässliche Vertragspartner zu haben. Über andere Online-Plattformen wie etwa Ebay dürften die Justizbehörden aber keine Gegenstände versteigern.

Quelle: Westdeutsche Zeitung

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